Wie funktioniert unser Atemsystem – und wie kann Atemmuskeltraining unterstützen?

Atmen passiert automatisch – mehrere tausend Mal am Tag, ohne dass wir darüber nachdenken müssen. Doch was passiert eigentlich in unserem Körper, wenn wir ein- und ausatmen?

In diesem Beitrag schauen wir uns die Grundlagen der Atmung an: Welche Muskeln sind daran beteiligt? Wie gelangt Sauerstoff aus der Luft ins Blut? Und welche Rolle kann gezieltes Atemmuskeltraining mit POWERbreathe dabei spielen?

Was passiert, wenn Sie einatmen?

Versuchen Sie einmal, Ihre Atmung bewusst wahrzunehmen, während Sie diesen Abschnitt lesen. Spüren Sie, wie sich Ihr Bauch und Ihr Brustkorb beim Einatmen bewegen.

Der wichtigste Atemmuskel ist das Zwerchfell. Beim Einatmen zieht es sich zusammen und bewegt sich nach unten. Dadurch vergrössert sich der Raum im Brustkorb. In der Folge entsteht ein Druckunterschied, durch den Luft über Nase oder Mund in die Atemwege und weiter in die Lunge strömt.

Auch die Zwischenrippenmuskeln (Interkostalmuskeln) unterstützen die Einatmung. Sie bewegen den Brustkorb nach oben und aussen und tragen so dazu bei, das Volumen des Brustkorbs zu vergrössern.

Bei einer ruhigen Atmung ist vor allem das Zwerchfell aktiv. Bei tiefer oder angestrengter Atmung kommen weitere Atemmuskeln hinzu, um die Einatmung zu unterstützen.

Wenn Sie langsam und entspannt atmen, können Sie häufig beobachten, dass sich zunächst der Bauch leicht nach aussen bewegt. Das ist eine natürliche Folge der Bewegung des Zwerchfells.

Wie gelangt der Sauerstoff ins Blut?

Die eingeatmete Luft gelangt über die Luftröhre in die Bronchien und immer weiter in die feineren Verästelungen der Atemwege. Am Ende dieser Verzweigungen liegen die Alveolen, die sogenannten Lungenbläschen.

Die Wände der Alveolen sind extrem dünn und von einem dichten Netz kleiner Blutgefässe, den Kapillaren, umgeben. Hier findet der Gasaustausch statt.

Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft gelangt durch die dünne Wand der Alveolen in das Blut. Dort bindet er unter anderem an Hämoglobin, ein Protein in den roten Blutkörperchen. Das sauerstoffreiche Blut wird anschliessend über die Lungenvenen zum linken Herzen transportiert und von dort in den Körper gepumpt.

Gleichzeitig nimmt das Blut Kohlendioxid auf, das im Körper als Stoffwechselprodukt entsteht. Dieses gelangt aus dem Blut in die Alveolen und wird anschliessend ausgeatmet.

Ausatmen – was passiert dabei?

Bei einer entspannten Atmung ist die Ausatmung weitgehend passiv.

Nach der Einatmung entspannt sich das Zwerchfell und bewegt sich wieder nach oben. Gleichzeitig nimmt der Brustkorb seine Ausgangsposition ein. Dadurch wird das Volumen im Brustkorb kleiner und Luft strömt aus der Lunge heraus.

Bei körperlicher Belastung oder wenn die Atmung erschwert ist, werden zusätzliche Muskeln aktiv, um die Ausatmung zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem die Bauchmuskeln und die inneren Zwischenrippenmuskeln.

Beim Sport steigt der Bedarf des Körpers an Sauerstoff und gleichzeitig muss mehr Kohlendioxid abgegeben werden. Deshalb wird die Atmung schneller und tiefer.

Warum die Atemmuskulatur trainieren?

Wie jede andere Muskulatur kann auch die Atemmuskulatur trainiert werden.

Beim normalen Atmen arbeitet die Atemmuskulatur zwar ständig, der Widerstand ist jedoch relativ gering. Gezieltes inspiratorisches Muskeltraining (IMT) setzt hier einen zusätzlichen Trainingsreiz.

Das Prinzip lässt sich vereinfacht mit Krafttraining vergleichen: Wer einen Muskel gegen einen definierten Widerstand trainiert, kann dessen Leistungsfähigkeit gezielt verbessern.

Bei der Atemmuskulatur wird dieser Widerstand auf die Einatmung übertragen.

Was passiert beim Training mit POWERbreathe?

POWERbreathe wurde für das inspiratorische Muskeltraining entwickelt. Beim Einatmen durch das Gerät müssen Sie gegen einen definierten Widerstand atmen.

Dieser Widerstand stellt einen zusätzlichen Trainingsreiz für die Einatemmuskulatur dar. Durch regelmässiges Training kann die Atemmuskulatur entsprechend dem Trainingsprinzip von Belastung und Anpassung gezielt gefordert werden.

Je nach POWERbreathe-Modell lässt sich der Widerstand an das individuelle Leistungsniveau und Trainingsziel anpassen.

Das Training ist:

  • gezielt: Der Schwerpunkt liegt auf der Einatemmuskulatur.

  • einfach: Eine Trainingseinheit dauert nur wenige Minuten.

  • medikamentenfrei: POWERbreathe enthält keine Wirkstoffe.

  • flexibel: Das Training kann je nach Modell und Ziel in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden.

Welche Vorteile kann Atemmuskeltraining bieten?

Die möglichen Vorteile hängen vom individuellen Trainingsziel, Gesundheitszustand und Ausgangsniveau ab. Wissenschaftliche Untersuchungen haben inspiratorisches Muskeltraining in unterschiedlichen Bereichen untersucht – unter anderem im Sport, in der Rehabilitation und bei bestimmten Atemwegserkrankungen.

Sport und Bewegung

Für Sportlerinnen und Sportler kann das Training der Atemmuskulatur eine Ergänzung zum bestehenden Training darstellen.

Untersuchungen haben unter anderem mögliche Verbesserungen bei:

  • der Kraft und Ausdauer der Atemmuskulatur,

  • der Atemwahrnehmung und Atemkontrolle,

  • der Belastungstoleranz und

  • bestimmten Leistungsparametern

untersucht.

Atemmuskeltraining ersetzt dabei selbstverständlich kein Ausdauer-, Kraft- oder Techniktraining, sondern kann dieses ergänzen.

Singen, Sprechen und darstellende Künste

Eine kontrollierte Atmung spielt auch beim Singen, Sprechen und bei verschiedenen Formen der darstellenden Kunst eine wichtige Rolle.

Ein gezieltes Atemtraining kann dabei helfen, die Atemmuskulatur bewusst wahrzunehmen und zu trainieren. Für Sängerinnen, Sänger, Schauspielerinnen und Schauspieler kann insbesondere die Atemkontrolle eine wichtige Rolle spielen.

Gesundheit und Rehabilitation

Inspiratorisches Muskeltraining wird auch im medizinischen und rehabilitativen Bereich eingesetzt und untersucht.

Bei bestimmten Erkrankungen oder nach Phasen eingeschränkter körperlicher Aktivität kann ein gezieltes Training der Atemmuskulatur eine sinnvolle Ergänzung zu einem individuell abgestimmten Rehabilitationsprogramm sein.

Dabei gilt: Bei Atemwegserkrankungen oder bestehenden gesundheitlichen Beschwerden sollte die Anwendung mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen qualifizierten medizinischen Fachperson abgestimmt werden.

Atemmuskeltraining ist Training – kein Wundermittel

Stärkere Atemmuskeln können dazu beitragen, dass die Atemmuskulatur Belastungen besser bewältigen kann. Wie bei jedem Training sind jedoch regelmässige Anwendung, ein geeigneter Trainingswiderstand und eine korrekte Technik entscheidend.

Ebenso wichtig ist es, realistische Erwartungen zu haben. POWERbreathe ersetzt weder eine medizinische Behandlung noch ein individuell abgestimmtes Bewegungs- oder Rehabilitationsprogramm.

Für wen kann POWERbreathe interessant sein?

POWERbreathe kann für Menschen interessant sein, die ihre inspiratorische Atemmuskulatur gezielt trainieren möchten – beispielsweise:

  • Sportlerinnen und Sportler,

  • Personen, die ihre körperliche Leistungsfähigkeit unterstützen möchten,

  • Sängerinnen, Sänger und Personen aus darstellenden Berufen,

  • Menschen im Rahmen bestimmter Rehabilitationsprogramme,

  • Personen mit bestimmten Atemwegs- oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen, sofern das Training medizinisch geeignet ist.

Welches Gerät und welcher Trainingswiderstand geeignet sind, hängt vom individuellen Ziel und Leistungsniveau ab.

Fazit: Atmen kann man trainieren

Wir atmen jeden Tag tausende Male – meistens völlig unbewusst. Hinter diesem scheinbar einfachen Vorgang arbeitet jedoch ein komplexes Zusammenspiel aus Zwerchfell, Zwischenrippenmuskulatur, Lunge, Atemwegen und Kreislauf.

Mit inspiratorischem Muskeltraining lässt sich die Einatemmuskulatur gezielt fordern. POWERbreathe nutzt dafür einen definierten Widerstand, gegen den eingeatmet wird.

Ob im Sport, bei der Atemkontrolle oder im Rahmen einer individuell abgestimmten Rehabilitation: Atemmuskeltraining kann eine interessante Ergänzung zu einem ganzheitlichen Trainings- oder Therapieansatz sein.

Wichtig: Wenn Sie unter Atemnot, einer Atemwegserkrankung oder anderen gesundheitlichen Beschwerden leiden, sprechen Sie vor Beginn eines Trainings mit einer medizinischen Fachperson.

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