Powerbreathe

Effekte eines Atemmuskel-Warm-ups auf die Stimme

Eine aktuelle Studie hat die unmittelbaren Effekte eines inspiratorischen Muskelaufwärmprogramms (IWU) auf die stimmliche Leistung von Sängerinnen und Sängern untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ein gezieltes Aufwärmen der Atemmuskulatur die maximale Phonationszeit, den Tonhöhenumfang und die wahrgenommene Anstrengung während des Singens positiv beeinflussen kann.

Hintergrund der Studie

Die menschliche Stimme entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Körpersysteme. Neben der Physiologie der Stimmlippen spielt das Atmungssystem eine entscheidende Rolle, da es den notwendigen Luftstrom für die Tonerzeugung liefert. Ein effektives Atemmanagement ist daher für Sängerinnen und Sänger essenziell, um eine optimale stimmliche Leistung zu erzielen.

Methodik

An der Studie nahmen 16 professionelle Sängerinnen und Sänger des Samsun State Opera and Ballet Directorate teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Kontrollgruppe (SC): Absolvierte nur das routinemässige Stimmaufwärmen.
  • Experimentelle Gruppe (SE): Führte zusätzlich zum routinemässigen Stimmaufwärmen ein IWU durch, bestehend aus 2 Sätzen à 30 Atemzügen bei 40 % der maximalen inspiratorischen Druckkraft (MIP).

Vor und nach den Aufwärmübungen wurden folgende Parameter gemessen:

  • Lungenfunktionstests
  • Maximale inspiratorische und exspiratorische Druckkraft (MIP und MEP)
  • Stimmaufnahmen (höchste und tiefste Tonhöhe, Dauer der gehaltenen hohen und tiefen Töne mit einem Atemzug, maximale Phonationsdauer)

Ergebnisse

Die experimentelle Gruppe (SE) zeigte signifikante Verbesserungen in allen gemessenen Parametern:

  • MIP: Steigerung um 22,9 %
  • MEP: Steigerung um 14,7 %
  • Maximale Phonationsdauer: Zunahme um 21 %
  • Dauer der gehaltenen hohen Töne: Zunahme um 32,17 %
  • Dauer der gehaltenen tiefen Töne: Zunahme um 27,11 %

Zudem berichteten die Teilnehmenden der SE-Gruppe über eine reduzierte wahrgenommene Anstrengung während des Singens, gemessen mit der Borg-Skala (-11,6 %). In der Kontrollgruppe (SC) wurden keine signifikanten Veränderungen festgestellt.

Schlussfolgerung

Die Kombination aus allgemeinem Körper- und Stimmaufwärmen mit einem spezifischen inspiratorischen Muskelaufwärmprogramm kann die stimmliche Leistung von Sängerinnen und Sängern akut verbessern. Durch die Stärkung der Atemmuskulatur lassen sich sowohl die Phonationsdauer als auch der Tonhöhenumfang steigern, was zu einer effizienteren Stimmproduktion und geringerer Ermüdung führt.

Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung eines gezielten Atemmuskeltrainings im Rahmen des stimmlichen Aufwärmens für professionelle Sängerinnen und Sänger.

Hier finden Sie die Studie: Zur Studie

 

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